Der Weg in die Selbständigkeit - Tipp 2

Ein Businessplan ist für die Firmengründung sehr wichtig

 

Grundvoraussetzung für die Gründung eines erfolgreichen Unternehmens ist ein Businessplan. Dieser ist zum Beispiel für die Kreditaufnahme bei einer Bank notwendig, aber auch die Agentur für Arbeit besteht darauf, wenn ein Gründungszuschuss beantragt wird.

 

Einen Businessplan zu verfassen ist aber auch sinnvoll für Unternehmer, die einen solchen nicht zur Vorlage benötigen, da durch das schriftliche Verfassen Schwächen im Unternehmenskonzept bereits im Vorfeld aufgedeckt und idealerweise vor der Gründung behoben werden können.


Die Ziele des Unternehmens klar festlegen

Wenn Sie einen Businessplan schreiben, dann werden Sie gezwungen, Ihre Geschäftsidee von unterschiedlichsten Seiten zu beleuchten und manchmal erweist sich so manche gute Idee als gar nicht mehr so erfolgversprechend, was bereits einige hoffnungsvolle Jungunternehmer vor einem Abenteuer mit ungewissem Ausgang bewahrt hat.

 

Bevor überhaupt mit der Geschäftsgründung begonnen werden kann, muss sich der Unternehmer in spe darüber im Klaren sein, ob er überhaupt über die nötige Kompetenz verfügt, um ein solches Geschäft erfolgreich führen zu können. Wer zum Beispiel Versicherungen verkaufen möchte, der sollte auch über das Versicherungsrecht Bescheid wissen. Falls das Wissen noch nicht ausreichend vorhanden ist, besteht die Notwendigkeit, dass sich der Unternehmer zunächst einmal gründlich fortbildet oder gar noch eine Weile im Angestelltenverhältnis bleibt, um weitere Erfahrung zu sammeln.

 

Im nächsten Schritt des Businessplans muss die Geschäftsidee klar umrissen werden: Wer nur eine vage Vorstellung hat, was er eigentlich anbieten möchte, der wird niemals ein klares Konzept entwickeln können. Unternehmer, die “irgendwas mit Holz” machen wollen, werden sich schwer tun, eine tragfähige Planung zu entwickeln. Besser ist es, sich auf einen perfekten Massivholz Schreibtisch als Kernprodukt zu konzentrieren.
Die Kunden und die Mitbewerber

Mit zwei Personengruppen muss sich der Unternehmer ganz besonders auseinandersetzen:

 

Die eine besteht aus seinen zukünftigen Kunden und die andere aus seinen Mitbewerbern. Der Unternehmer muss ein möglichst klares Bild seiner Kunden im Kopf haben. Wer etwa ein Nachhilfeinstitut gründen will, der hat als Kunden Eltern, die über die nötigen Mittel verfügen, um ihre Kinder optimal zu fördern.

 

Wer sich auf Webdesign spezialisiert hat, der wird in erster Linie Geschäftskunden ansprechen, die bislang noch keine oder keine vernünftige Internetseite haben. Sobald die Zielgruppe „Kunde“ klar umrissen ist, führt diese Erkenntnis zum nächsten Punkt, nämlich zur richtigen Marketingstrategie. Da Marketing immer am Kunden ausgerichtet ist, ist dieser Punkt für das gesamte unternehmerische Handeln von zentraler Wichtigkeit. Daraus ergeben sich auch die unterschiedlichen Vertriebskanäle.

 

Wer als Zielgruppe ältere Menschen ansprechen will, der sollte sich überlegen, ob er wirklich das Internet als wichtigsten Vertriebsweg wählen sollte, denn viele ältere Menschen stehen diesem Medium noch ein wenig skeptisch gegenüber. Weiterhin muss sich die Werbung an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren. Beispielsweise kann Werbung für einen Handyshop gut im Internet funktionieren, Werbung für Hörgeräte hingegen eher weniger, weil diese Klientel überwiegend aus älteren Menschen besteht. Die Planung der Werbeaktivitäten ist folglich ein äußerst wichtiger Punkt des Businessplans.


Mindestens ebenso wichtig sind die Mitbewerber: Es genügt nicht, einfach nur zu wissen, wie sie heißen. Der Unternehmer muss so viel wie möglich über sie in Erfahrung bringen. Erste Auskunft gibt dabei schnell und kostengünstig das Internet. Dabei sollte nicht nur beachtet werden, wie der Mitbewerber sich selbst darstellt, sondern auch, was Kunden über ihn im Internet, zum Beispiel auf speziellen Bewertungsportalen, schreiben. Auf diese Weise kann viel über das Geschäft erfahren werden. Eine andere wichtige Informationsquelle ist das Handelsregister. Die meisten Firmen sind dort verzeichnet – wenn der Eintrag für ihre Branche notwendig ist – und diese Informationen sind allgemein zugänglich.


Kosten, Umsatz und Gewinn


Ganz besonders wichtig ist eine genaue Aufstellung der zu erwartenden Kosten. Die Abschätzung muss realistisch sein und sich an den Erfordernissen des Unternehmens orientieren. Gerade in der Gründungsphase sind die Kosten oft höher als der Umsatz oder gar der Gewinn. Aus diesem Grund brauchen viele Unternehmer anfangs einen Kredit. Dieser wird oft nicht nur zum Aufbau des Geschäfts benützt, sondern auch, um in den ersten Monaten überleben zu können.

 

Neben den Kosten muss genau kalkuliert werden, mit welchem Umsatz gerechnet wird. Diese Berechnung darf nicht nur den nächsten Monat umfassen. Ein guter Businessplan plant mindestens die nächsten drei Jahre voraus. Diese Planung sollte möglichst genau sein, damit der Unternehmer regelmäßig einen Abgleich zwischen seinem Plan und der Realität machen kann. Die IHK beispielsweise stellt hierfür oftmals sogar kostenfreie Software zur Verfügung, die die Kalkulation ungemein erleichtert.


Wichtig ist natürlich auch der geplante Gewinn, der aus dem Unternehmen gezogen wird. In diesem Zusammenhang muss auch eine genaue Aufstellung der Kosten erfolgen. Nicht nur der geschäftlichen, auch der privaten, damit der Unternehmer genau weiß, was er eigentlich verdienen muss, um gut von seinem Geschäft leben zu können.

 

Zum Schluss noch ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Die äußere Form ist ebenfalls sehr wichtig. Der Businessplan sollte – selbstverständlich – auf dem Computer geschrieben sein und eine saubere, logische Gliederung aufweisen. Die Anwendung des Corporate Designs rundet das Gesamtbild ab.